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Risiko- und Chancen-Matrix: Wo steht Ihr Projekt — und was bringen Ihre Massnahmen?

Von Christoph Dahlem · · Projektmanagement

Die Risikoliste ist gepflegt, jedes Risiko ist bewertet, zu den meisten gibt es eine Massnahme. Und trotzdem kann im Lenkungsausschuss niemand auf Anhieb sagen, ob die Massnahmen das Projekt tatsächlich entlasten. Die Liste sagt, was es gibt. Sie sagt nicht, wo es liegt. Und die Chancen des Projekts stehen oft gar nicht erst drin — oder am Ende der Liste, wo niemand mehr hinschaut.

Das liegt selten an der Pflege, sondern an der Darstellung. Eine Liste mit je vier Zahlen pro Zeile — Wahrscheinlichkeit und Auswirkung, vor und nach den Massnahmen — ergibt kein Bild. Erst als Fläche wird sichtbar, was sich ballt, was im roten Bereich steht, welche Chance in Reichweite ist und wie weit sich ein Eintrag durch die Massnahmen verschoben hat.

Dieser Beitrag ordnet zuerst ein, wie man eine Risiko- und Chancen-Matrix liest und warum der Vergleich vor und nach den Massnahmen der eigentliche Wert ist. Danach zeigt er, wie PlainPPM das umsetzt.

Das Feature im Video

Rund 75 Sekunden: von der Risikoliste über die Matrix und den Mouse-Over bis zum geöffneten Risiko.

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So lesen Sie eine Risiko- und Chancen-Matrix

Jedes Risiko wird auf zwei Achsen bewertet, jeweils von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch):

  • Wahrscheinlichkeit — wie wahrscheinlich ist es, dass das Risiko eintritt?
  • Auswirkung — wie stark trifft es das Projekt, wenn es eintritt?

Das Produkt der beiden ist der Risikowert. Ein Risiko mit Wahrscheinlichkeit 4 und Auswirkung 3 hat den Wert 12. Die Matrix färbt jedes Feld nach diesem Wert: grün unter 6, gelb von 6 bis 14, rot ab 15. So sieht man ohne zu rechnen, wo es eng wird.

Chancen werden genauso bewertet, aber umgekehrt gelesen: Eine Chance mit hoher Wahrscheinlichkeit und hoher Auswirkung ist das Ziel, nicht die Gefahr. Deshalb stehen Chancen in einer eigenen Matrix mit umgekehrten Farben — dort ist hoch und wahrscheinlich grün.

Brutto und Netto: Initial und Aktuell

Die meisten Matrizen zeigen einen einzigen Stand. Aussagekräftig wird eine Matrix aber erst mit zwei:

  • Initial (vor Massnahmen) — fachlich das Bruttorisiko: wie das Risiko ohne Massnahmen eingeschätzt wird.
  • Aktuell (mit Massnahmen) — das Nettorisiko: wie es heute, mit den Massnahmen, eingeschätzt wird.

Im Beispielprojekt aus dem Video steht das Risiko Fehlende slowenischsprachige Vertriebskapazität initial bei 4 × 3 = 12. Mit der Massnahme Freelance-Vertriebspartner mit Landessprache gewinnen wird es heute mit 2 × 3 = 6 eingeschätzt — halbiert, und trotzdem noch gelb. Zwei kleinere Risiken, die Abhängigkeit von der Projektleitung und die lokale Auslegung des Datenschutzes, rutschen dagegen von gelb nach grün. Wer auf die Matrix schaut, lernt nebenbei: Nicht nur die Farbe zählt, sondern die Lage im Feld.

Wichtig ist, was die Matrix nicht behauptet. Sie zeigt Bewertungen, keine Messwerte. Ob eine Massnahme schon greift oder erst greifen soll, steht nicht in der Farbe, sondern in der Begründung am Risiko. Gerade deshalb ist der Vergleich wertvoll: Er macht sichtbar, wo das Team eine Entlastung erwartet — und lädt im Lenkungsausschuss zur Frage ein, worauf sie beruht.

Chancen gehören ins selbe Bild

Ein Projekt besteht nicht nur aus Gefahren. Ein Markteintritt kann gefördert werden, ein Partner kann Türen öffnen, eine Wiederverwendung kann Zeit sparen. Wer nur Risiken bewertet, lässt diese Seite ausser Betracht.

Bei Chancen arbeiten Massnahmen in die andere Richtung: Sie sollen die Wahrscheinlichkeit oder die Auswirkung nicht senken, sondern erhöhen. Im Beispiel steht die Chance Staatliche Investitionsförderung für den Markteintritt initial bei Wahrscheinlichkeit 3. Mit der Massnahme Förderfähigkeit prüfen und Antrag vorbereiten wird sie heute mit 4 eingeschätzt. In der Matrix wandert die Chance nach oben, während die Risiken nach unten wandern — links soll es tiefer gehen, rechts höher. Wer beides nebeneinander sieht, kann im Lenkungsausschuss nicht nur sagen, welche Gefahren entschärft sind, sondern auch, welche Chancen das Projekt gerade greifbarer macht.

So nutzen Sie die Matrix in PlainPPM

Zwei Raster, eine Sicht. Im Projekt kommt unter Risiken & Chancen neben der Übersicht der Reiter Matrix dazu: links die Risiken, rechts die Chancen. Grundlage sind dieselben Einträge, die Sie in der Übersicht pflegen — nichts wird ein zweites Mal erfasst.

Initial, Aktuell, Alle. Ein Umschalter zeigt Brutto, Netto oder beides. In der Ansicht Alle steht der Ausgangswert als voller Punkt, der heutige Stand als Ring. Beide tragen dieselbe Kennung — R2, C1 und so weiter —, so sehen Sie auf einen Blick, wie weit ein Eintrag gewandert ist.

Mouse-Over mit allen Details. Fahren Sie mit der Maus über einen Punkt, zeigt PlainPPM, wer zuständig ist, Status, Bereich und finanzielle Auswirkung, die Rechnung vor und nach den Massnahmen im Klartext — etwa „4 × 3 = 12, Wahrscheinlichkeit: 4 (Hoch)» — und die Massnahme selbst.

Ein Klick öffnet das Risiko in der gewohnten Bearbeitung, mit den zugehörigen Massnahmen darunter.

Volle Felder bleiben lesbar. Bis zu vier Einträge pro Feld ordnet die Matrix in einem kleinen Raster an; ab dem fünften zeigt sie „+n». Einträge, die weder initial noch aktuell vollständig bewertet sind, stehen unter der Matrix in der Zeile „Nicht bewertet» — mit Kennung und Namen, damit nichts verloren geht.

Wer das Projekt und seine Risiken sieht, sieht auch die Matrix; eine eigene Rechteverwaltung braucht sie nicht. Sie spricht Deutsch und Englisch und läuft, wie PlainPPM, direkt in Microsoft Teams.

Eines tut die Matrix bewusst nicht: Sie lässt sich nicht bearbeiten. Wer einen Punkt verschieben will, ändert die Bewertung im Risiko selbst — dort, wo Begründung und Massnahme stehen. So bleibt nachvollziehbar, warum ein Eintrag gewandert ist.

Was Sie dafür brauchen

  • Beide Bewertungen. Die initiale Einschätzung einmal festhalten, die aktuelle nach jeder Massnahme nachführen — sonst zeigt die Matrix Absichten statt eines Stands.
  • Eine gemeinsame Skala. Was heisst eine „4″? Ohne kurze Absprache bewertet jede Projektleitung anders.
  • Chancen überhaupt erfassen. Eine leere rechte Matrix ist auch eine Aussage.
  • Massnahmen am Eintrag verknüpfen — damit der Mouse-Over und der Klick sie zeigen können.
  • Einen festen Rhythmus, zum Beispiel vor jedem Lenkungsausschuss.

Häufige Fragen

Muss ich Risiken und Chancen neu erfassen?

Nein. Die Matrix zeigt die Einträge, die im Projekt bereits gepflegt sind — mit den Bewertungen, die dort schon stehen.

Ersetzt die Matrix die Risikoliste?

Nein, sie ergänzt sie. Gepflegt und begründet wird in der Liste; die Matrix zeigt, wo die Einträge liegen.

Was zeigt die Ansicht „Alle»?

Ausgangs- und aktuelle Bewertung zusammen: den Ausgangswert als vollen Punkt, den heutigen Stand als Ring, beide mit derselben Kennung.

Zeigt „Aktuell» eine eingetretene oder eine erwartete Wirkung?

„Aktuell» ist die heutige Einschätzung des Teams mit den Massnahmen. Ob deren Wirkung schon eingetreten ist oder erst erwartet wird, gehört in die Begründung am Risiko — die Matrix macht sichtbar, wo es sich lohnt, danach zu fragen.

Wer sieht die Matrix?

Alle, die das Projekt und seine Risiken sehen. Eine eigene Berechtigung gibt es nicht.

Brauche ich dafür zusätzliche Software?

Nein. PlainPPM läuft vollständig auf Microsoft 365 und der Power Platform. Die Risiko- und Chancen-Matrix ist ein Baustein aus dem PlainPPM Feature-Kiosk.

Fazit

Eine Risikoliste sagt, welche Risiken es gibt. Die Risiko- und Chancen-Matrix zeigt, wo sie liegen, welche Chancen in Reichweite sind und wie das Team die Wirkung seiner Massnahmen einschätzt — auf denselben Daten, ohne zusätzlichen Pflegeaufwand.

Ausprobieren können Sie es selbst. Die Risiko- und Chancen-Matrix steht im PlainPPM Feature-Kiosk bereit: Sie öffnen sie mit Beispieldaten in der Trial-Umgebung, wechseln im Projekt auf den Reiter Matrix und vergleichen Initial, Aktuell und Alle — ohne dass sich an Ihrer eigenen Umgebung etwas ändert. Passt sie, bauen wir sie in Ihre PlainPPM-Umgebung ein; der Kern von PlainPPM bleibt davon unberührt.

PlainPPM ist Projekt- und Projektportfolio-Management zu 100 % auf Microsoft-365-Standard — nativ in Microsoft 365, optimiert für Microsoft Teams, gebaut auf der Microsoft Power Platform. Demo vereinbaren

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